Alter und wie man damit umgehen kann.

Warum Klischees übers Alter unser Leben verkürzen können: Älteren wird stereotypisch Inkompetenz, aber dafür Warmherzigkeit zugeschrieben. Autor:Alexandra M. FreundProfessorin für Entwicklungspsychologie an der Universität Zürich

Wenn man beim Arzt hört ‹Ihre Krankheit heisst Alter›, dann hat man das Gefühl, da kann man ohnehin nichts mehr machen.
Autor:Alexandra M. FreundProfessorin für Entwicklungspsychologie an der Universität Zürich

Was ist dran an den Altersklischees?

Manche Vorstellungen über das Alter sind schlicht falsch, andere haben einen wahren Kern. «Zellalterung, eine langsamere Informationsverarbeitung oder mehr chronische Erkrankungen – das sind objektivierbare Veränderungen», sagt der Psychiater Dan Georgescu. Doch selbst diese seien kein unabwendbares Schicksal: «In viele Entwicklungen können wir aktiv eingreifen.»

Auch die Psychologin Alexandra M. Freund bestätigt: Bestimmte kognitive Fähigkeiten wie die Verarbeitungsgeschwindigkeit nehmen im Alter ab, «doch wer nicht gerade Hochleistungs-Mathematik betreibt, merkt davon im Alltag oft wenig.» Andere Fähigkeiten wie Wortschatz oder emotionale Regulation bleiben stabil oder verbessern sich sogar. Und die Erfahrung wächst.

Ein häufiger Vorwurf lautet, ältere Menschen seien weniger offen für Neues. Das stimme nur bedingt, sagt Freund. «Wenn jemand keine neuen Gerichte mehr probiert, liegt das vielleicht an Magenproblemen, nicht an mangelnder Neugier.»

«Viele Altersbilder stimmen einfach nicht», betont sie. «Ältere Menschen wandern, tanzen, lernen Sprachen, engagieren sich freiwillig. Und sie spenden mehr als jede andere Altersgruppe.» Das Alter bringt Veränderungen mit sich, nicht nur Abbauprozesse.

Stereotype Threat – wenn sich Vorurteile selbst erfüllen

In der Psychologie spricht man vom sogenannten Stereotype Threat, wenn allein die Konfrontation mit einem Vorurteil dazu führt, dass sich dieses bestätigt. Etwa, weil die Angst davor Stress auslöst und dadurch die Leistung tatsächlich sinkt.

«Wer befürchtet, ein Stereotyp zu erfüllen, achtet übertrieben auf alles, was dafür sprechen könnte», erklärt die Psychologin Alexandra M. Freund. Ein klassisches Beispiel: Man vergisst, wo der Schlüssel liegt, und denkt sofort, das sei ein Anzeichen für beginnende Demenz. «Dann bekommt man Angst, vielleicht sogar Panik. Diese Anspannung führt dazu, dass man sich erst recht nicht mehr erinnert», so Freund.

Für ältere Menschen kann das belastend sein. Zum Beispiel, wenn ihnen ständig gespiegelt wird, sie könnten nichts mehr lernen oder Technik ohnehin nicht mehr verstehen. Solche Botschaften wirken wie eine Bedrohung für das Selbstbild, sagt Freund.

Wie lässt sich dieser Kreislauf durchbrechen?

Freund ist überzeugt: Ein realistischeres, weniger defizitorientiertes Altersbild kann helfen, besser mit Einschränkungen umzugehen – und neue Chancen zu erkennen. Doch das sei leichter gesagt als getan. «Diese Altersbilder strömen einem ja überall entgegen», sagt sie.   

Sehr wichtig ist, das eigene Weltbild zu verinnerlichen, das diesen Kreislauf durchbricht!  Link

Wenn Altersbilder krank machen

«Angststörungen, Depressionen und Substanzmissbrauch treten im Alter häufig auf. Regelmässiger Alkoholkonsum ist ein riesiges Thema bei älteren Menschen in der Schweiz», sagt Georgescu. Das zeigt auch das Suchtmonitoring des Bundes: Mehr als ein Fünftel der über 65-Jährigen trinkt täglich Alkohol. Diese Problematiken könnten zusammenhängen, so der Psychiater, etwa mit dem Verlust gesellschaftlicher Rollen, mit den Krankheiten und Funktionseinschränkungen, mit der Vereinsamung oder dem Gefühl, im Alter weniger wert zu sein.

Auch die Forschung zeigt: Wer negativ über das Alter denkt, lebt womöglich nicht nur schlechter, sondern auch kürzer. Alexandra M. Freund, Psychologin an der Universität Zürich, verweist auf zahlreiche Studien, die diesen Zusammenhang belegen. «Wenn ich schon im mittleren Erwachsenenalter ein negatives Altersbild habe und das beibehalte, dann ist die Wahrscheinlichkeit deutlich höher, dass ich später krank werde, schneller altere und sogar früher sterbe», sagt sie.

Konkret untersucht hat dies Becca Levy, eine Professorin an der Yale Universität in den USA. Sie begleitete über 600 Personen über viele Jahre hinweg. Das Ergebnis: Wer das Alter mit Reife, Wachstum oder Zufriedenheit verband, lebte im Schnitt 7½ Jahre länger als jene mit einem negativen Altersbild. Und das unabhängig von Geschlecht, Bildung, Einkommen oder Gesundheitszustand. In ihrer Publikation schreibt Levy: Der Einfluss dieser inneren Haltung sei grösser als jener von Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Cholesterin, Fettleibigkeit, Bewegungsmangel oder Rauchen.

https://www.srf.ch/wissen/mensch/senil-stur-beduerftig-warum-klischees-uebers-alter-unser-leben-verkuerzen-koennen

Die 5 Wahrheiten von Emanuel Kant

1. Würde (Selbstwert) ist intrinsisch und hängt nicht von sozialer Rolle, Produktivität oder Geld ab.

2. Die Autonomie des Willens bedeutet Freiheit.

3. Nach eigenen Grundsätzen handeln.

4. Selbstachtung ist wichtiger als Anerkennung anderer.

5. Mit Achtsamkeit leben im JETZT - Autonomie des Willens

https://www.youtube.com/watch?v=xjuUPZWIDe8&list=PL1VHBJEUXUsb-mfRpixcxQpg244EGZYz8

Die 4 Prinzipien  

1. Voraussetzung um sich von der Abhängigkeit zur Umwelt zu lösen ist die innere Bindung.

2. Lösung der Bindungen an die Vergangenheit, loslassen und täglich Ordnung schaffen.

3. Autonomie des Geistes durch Gleichgültigkeit gegenüber dem Urteil anderer.

4. Leben JETZT Treue zu sich, Freude am Selbst

     

https://www.youtube.com/watch?v=2UxPZbx_yxQ&list=PL1VHBJEUXUsb-mfRpixcxQpg244EGZYz8&index=5

 

 

Suchen